Paar bereitet Speisen vor

Senioren essen falsch und zu wenig

Ernährungswissenschaftler warnen: Viele ältere Menschen erhalten zu wenige Vitamine und Vitalstoffe

Jeder zehnte daheim lebende Senior und bis zu 60 Prozent aller Bewohner von Altenheimen sind mangelernährt. Meist werden diese Defizite und die daraus entstehenden Probleme jedoch gar nicht erkannt. Diese alarmierenden Daten ließen jetzt Ernährungsexperten aufhorchen. Die Studie "Diagnostik der Mangelernährung des älteren Menschen" wurde von internationalen Experten in der Deutschen Medizinischen Wochenschrift (DMW) vorgestellt.

Die Gründe für die schlechte Ernährungssituation der Senioren sind vielfältig: Krankheiten wie etwa Magen-Darm-Störungen, Kauprobleme oder falsch verstandene "Schonkost" können eine Rolle spielen. Das Problem "Vitaminmangel" betrifft selbst jüngere Seniorinnen, die an sich nicht als Risikogruppe für eine Fehlernährung gelten.

Ein Forscherteam der Universität Hannover stellte bei dieser Gruppe schon vor einiger Zeit trotz eines gesundheitsbewussten Lebensstils einen deutlichen Mangel an Vitamin B12 fest.

Die Lebensmittelwissenschaftler analysierten ein halbes Jahr lang die Essgewohnheiten von 220 "jungen" Seniorinnen und fanden dabei heraus, dass nahezu jede Dritte bei den B-Vitaminen Defizite aufwies.

Die Ursache für dieses Problem liegt in Veränderungen der Magenschleimhaut, die mit dem Älterwerden einhergehen. So kann vor allem das wichtige Vitamin B12 nicht mehr ausreichend vom Körper verwertet und aufgenommen werden. Das Vitamin gelangt zwar in den Körper, der kann aber - salopp gesagt - nichts damit anfangen. Dies hat mitunter dramatische Folgen, denn zu wenig Vitamin B12 beeinträchtigt im Laufe der Zeit die Gesundheit. Vor allem die Nervenfunktionen leiden; Depressionen und Demenz können verstärkt werden.

Warnzeichen sind z. B. leichte Ermüdbarkeit, allgemeine Schwäche, Blässe und Konzentrationsprobleme. Besonders gefährlich: Durch das fehlende Vitamin kann im Laufe der Zeit unbemerkt der Homocystein-Spiegel im Blut steigen. Vitamin B12 sorgt für die Neutralisierung dieses potenziell gefährlichen Stoffes und senkt so das Risiko für Herzinfarkt und Co.

Viele Ernährungswissenschaftler empfehlen daher ab 50 eine zätzliche Versorgung mit Vitamin B12. Besonders wirksam ist es in hochdosierter, flüssiger Form (z.B. Vitasprint aus der Apotheke). Die hohe Dosierung sorgt dafür, dass die leeren Vitaminspeicher rasch wieder aufgefüllt werden. Die efahr einer Überdosierung besteht nicht, da der Körper alles, was er nicht verwertet, einfach wieder ausscheidet.