Ergebnisse Nationale Verzehrsstudie II

Die zweite Nationale Verzehrstudie (NVS II) ist eine bundesweite Studie, die im Auftrag des Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz durch das Bundesforschungsinstitut für Ernährung und Lebensmittel (MRI) durchgeführt wurde und Daten zum aktuellen und üblichen Verzehr an Lebensmitteln aufzeigt und den Ernährungsstatus der Bevölkerung abbildet. Die erste repräsentative Nationale Verzehrsstudie (NVS) liegt über 20 Jahre zurück und wurde von 1985 bis 1988 durchgeführt. Außerdem war sie nur auf die alten Bundesländer beschränkt. Seitdem haben sich sowohl das Lebensmittelangebot als auch die Ernährungsgewohnheiten der Bevölkerung deutlich geändert. Für die NVS II wurden zwischen November 2005 und Januar 2007 20.000 Personen in 500 zufällig ausgewählten Gemeinden befragt, die zwischen 14 und 80 Jahren alt sind und in einem Privathaushalt leben. Die Ergebnisse der NVS II wurden Anfang 2008 in zwei Teilen veröffentlicht.

Quelle: Nationale Verzehrsstudie II 2008 (NVS II), Max-Rubner-Institut

Die wichtigsten Erkenntnisse bezüglich des Obst- und Gemüseverzehrs und der Versorgung der deutschen Bevölkerung mit Vitaminen und Mineralstoffen sind nachfolgend beschrieben:

1. „5 a day“ Empfehlung zur Obst- und Gemüseaufnahme (u.a. von DGE) wird nicht realisiert

Soll: drei Portionen Gemüse am Tag (ca. 400 g)

Ist: nach der Nationalen Verzehrsstudie II (2008) wird sowohl von den Männern als auch von den Frauen nur etwas mehr als die Hälfte (222 g bzw. 243 g) dieser Empfehlung erreicht. Insgesamt wird die Empfehlung nur von 13 % der Bevölkerung erreicht. Die von der DGE empfohlene Menge von 2 Portionen Obst am Tag (250 g) wird ebenfalls nur von 35 % der Männer und von 46 % der Frauen erreicht.

Laut Ernährungsbericht 2008 sind die verfügbaren Mengen an Gemüse und Obst in den letzten Jahren zwar deutlich angestiegen und haben zu einer Verbesserung der Versorgung mit Vitaminen und Mineralstoffen geführt. Die Trendanalyse zeigt aber inzwischen eine Verlangsamung des Anstiegs im Obst- und Gemüseverbrauch, so dass in Zukunft weitere Anstrengungen notwendig sind, um die Ziele der 5-am-Tag-Kampagne zu erreichen.

Quelle: Ernährungsbericht 2008, Deutsche Gesellschaft für Ernährung

2. Mangelversorgung in Deutschland an Vitaminen und Mineralstoffen:

Laut der Nationalen Verzehrsstudie II 2008 (NVS II) liegt die Zufuhr im Median bei den Vitaminen D und Folsäure deutlich unterhalb der Referenzwerte. Bei den älteren Menschen erreichen 94 % der Männer und 97 % der Frauen die Empfehlungen der Vitamin D-Zufuhr nicht. Aber auch bei den Jugendlichen und jungen Erwachsenen im Alter von 14-24 erreichen mehr als 86 % bei den Männern und mehr als 96 % bei den Frauen die Vitamin D-Zufuhr nicht.

Bei der Folsäure erreichen insgesamt 79 % der Männer und 86 % der Frauen die empfohlenen Zufuhrmengen nicht. Auch hier zeigt sich ein Anstieg mit zunehmendem Alter. So erreichen 89 % der älteren Männer und 91 % der älteren Frauen nicht die Empfehlungen.

Beim Jod liegt die Zufuhr in allen Altersgruppen deutlich unterhalb der Referenzwerte. Ohne die Verwendung von jodiertem Speisesalz liegen 96 % der Männer und 97 % der Frauen unter der Empfehlung für die Jodzufuhr. Selbst bei Verwendung von jodiertem Speisesalz liegen immerhin noch 28 % der Männer und 53 % der Frauen unter den Empfehlungen.

Die Empfehlungen für die Calciumzufuhr unterschreiten insgesamt 46 % der Männer und 55 % der Frauen. Bei den weiblichen Jugendlichen erreichen 74 %, bei den älteren Männern 61 % und bei den älteren Frauen 65 % nicht die Referenzwerte.

Insbesondere Jugendliche bzw. junge Erwachsene und Senioren sind eine Risikogruppe im Hinblick auf die Prävention von Osteoporose, da bei diesen Gruppen sowohl die Calciumzufuhr als auch die Vitamin D-Zufuhr als kritisch zu bewerten ist.

Bei Eisen erreichen über 75 % der Frauen bis zum Alter von 50 Jahren die Empfehlungen nicht.

Bei den anderen Vitaminen und Mineralstoffen werden zwar im Durchschnitt die Referenzwerte für die Nährstoffzufuhr erreicht, in den jeweiligen Altersgruppen gibt es aber einen beträchtlichen Anteil von Personen, die die Empfehlungen nicht erreichen.

Bei Vitamin E erreichen 48 % der Männer und 49 % der Frauen nicht die empfohlene Zufuhr.
40 % der älteren Frauen unterschreiten die Empfehlungen zur Zufuhr von Vitamin B1. Bei Vitamin B2 erreichen 32 % der älteren Frauen nicht die Referenzwerte.
Bei Vitamin C erreichen 32 % der Männer und 29 % der Frauen die empfohlene tägliche Zufuhr nicht.
Bei Vitamin B12 erreichen 26 % der älteren Frauen sowie 33 % der jungen Frauen (14-24 Jahre) die empfohlene tägliche Zufuhr nicht. Da bei diesem Vitamin zudem noch das Problem einer mangelnden Resorption vor allem im Alter vorkommt, muss bei bis zu 43 % der älteren Menschen von einem Vitamin B12-Mangel ausgegangen werden (Quelle: Ernährungsumschau 9/2008).

56 % der jungen Frauen (14-18 Jahre) erreichen nicht die empfohlene Magnesiumzufuhr.

Bei Zink liegen insgesamt 32 % der Männer und 21 % der Frauen unter den empfohlenen Werten. Bei älteren Männern erreichen sogar 44 % nicht die Empfehlungen.

Quelle: Nationale Verzehrsstudie II 2008 (NVS II), Max-Rubner-Institut

Centrum mit seiner kompletten Zusammensetzung berücksichtigt diese Punkte und kann hier einen wichtigen Beitrag leisten, die Versorgung mit Vitaminen und Mineralstoffen zu optimieren