Brot mit Radieschen und Petersilie

Vegetarische Ernährung

Wer sich vegetarisch ernährt, verzehrt reichlich Obst und Gemüse. Vitamine und Mineralstoffe, die in der Pflanzenkost stecken, nehmen Vegetarier daher gewöhnlich in großen Mengen zu sich. Dennoch kann es ihrer Nahrung an wichtigen Bausteinen fehlen, da manche lebenswichtige Substanzen nur in Lebensmitteln tierischen Ursprungs enthalten sind. In der Schwangerschaft, wenn der Mikronährstoff-Bedarf stark erhöht ist, kann eine vegetarische Ernährung zu bedenklichen Versorgungsengpässen führen.

Welche Art von vegetarischer Ernährung?

Die Form des Vegetarismus entscheidet darüber, wie es um die Nährstoffversorgung von Mutter und Kind bestellt ist.

Lakto-Ovo-Vegetarier verzehren nicht nur viel vitamin- und mineralstoffreiches Obst und Gemüse, sondern auch Milch, Milchprodukte und Eier, die hochwertiges Eiweiß sowie fettlösliche Vitamine liefern.

Ernährt sich eine Schwangere vegan - also wirklich ausschließlich von pflanzlicher Kost - ist eine suboptimale Versorgung von Mutter und Kind mit bestimmten Nährstoffen zu erwarten.

Blaubeeren und Quark

Welche Nährstoffe können knapp werden?

DHA
DHA kommt in bedeutenden Mengen nur in Algen und in fettreichen, wildlebenden Fischen, die sich von Algen ernähren, vor. Viele Schwangere und Stillende verzehren aber nur selten fettreichen Seefisch. Gründe hierfür können eine Abneigung gegen fette Fisch und eine mögliche Schadstoffbelastung bestimmter Fische sein. Für Vegetarier, die keinen Fisch essen, gestaltet sich die DHA Aufnahme schwierig. Als DHA-Quellen können lediglich Algen (werden in Deutschland kaum gegessen) und pflanzliche Öle mit Linolensäure dienen. Allerdings ist die körpereigene Umwandlung aus Linolensäure sehr gering.

Calcium
Vor allem bei der veganen Ernährung ist die Calciumversorgung unsicher, da Pflanzen nur geringe Calciummengen enthalten und dieses zudem schlechter vom Körper verwertet wird als Calcium aus Lebensmitteln tierischen Ursprungs. Werden Milchprodukte verzehrt, ist die Versorgungssituation mit großer Wahrscheinlichkeit besser. Wichtig: Quark und Sauermilchkäse sind schlechte Calciumlieferanten. Steht Calcium während der Schwangerschaft nicht ausreichend zur Verfügung, werden die Calciumreserven in den Knochen und Zähnen der Mutter zugunsten des Babys abgebaut.

Eisen
Selbst Nicht-Vegetarierinnen erreichen über die tägliche Nahrung häufig nicht die Zufuhrmenge an Eisen, zu der die Deutsche Gesellschaft für Ernährung Schwangeren rät, denn der Eisenbedarf ist bei Schwangeren doppelt so hoch wie bei Nichtschwangeren. Damit das Eisen aus pflanzlichen Quellen - z.B. Bohnen, Spargel, Nüsse - zumindest besser verwertet werden kann, sollten gleichzeitig Vitamin C-haltige Lebensmittel verzehrt werden. Schwarzer Tee, Kaffee und Milch enthalten dagegen Substanzen, die die Aufnahme von Eisen hemmen.

Jod
Die Jod-Versorgung ist in Deutschland ohnehin problematisch. Der erhöhte Bedarf während der Schwangerschaft muss dringend gedeckt werden, denn Jod ist wichtig für Wachstum und Entwicklung. Wird im Rahmen einer vegetarischen Ernährung auf den Verzehr von jodreichem Seefisch - Hauptquelle für Jod - verzichtet, steigt die Gefahr einer suboptimalen Versorgung mit Jod.

Vitamin B12
Vitamin B12 kommt in größeren Mengen ausschließlich in Lebensmitteln tierischen Ursprungs vor. Auch nicht-schwangere Vegetarierinnen sind darum häufig schlecht mit Vitamin B12 versorgt. Lakto-Ovo-Vegetarier erhalten über Milch, Milchprodukte und Eier Vitamin B12. Kinder von Frauen mit Vitamin B12-Unterversorgung werden häufig bereits mit einem Vitamin B12-Mangel geboren. Vitamin B12 ist für die gesunde Entwicklung des Babys notwendig.

Vitamin D
Auch Vitamin D findet sich vorwiegend in tierischen Produkten. Das Vitamin kann aber auch durch Einwirken von Sonnenstrahlen auf die Haut vom Körper gebildet werden. Diese Möglichkeit sollten Vegetarier - nicht alleine während einer Schwangerschaft - unbedingt nutzen. Vitamin D ist gemeinsam mit Calcium für Aufbau und Erhalt von Knochen und Zähnen zuständig.

 

Fazit:
Die Versorgung mit wichtigen Vitaminen, Mineralstoffen, Spurenelementen und Fettsäuren aus tierischen Nahrungsquellen, an denen Schwangere grundsätzlich einen erhöhten Bedarf haben, ist bei vegetarischer, aber ganz besonders bei veganer Ernährungsweise nicht gewährleistet.
Für Vegetarierinnen ist die regelmäßige Einnahme einer Nahrungsergänzung, die sich am Bedarf von Schwangeren orientiert, darum unbedingt sinnvoll. Auch während der Stillzeit sollten Frauen, die sich vegetarisch ernähren, besonderes Augenmerk auf ihre Nährstoffversorgung richten, damit es dem Baby an nichts fehlt und die Reserven des mütterlichen Körpers nicht über Gebühr strapaziert werden.

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