
Mangel trotz Überfluss
Nie war das Angebot an Nahrungsmitteln in den Industriestaaten so groß wie heute. Gleichzeitig ist die Bedeutung der Ernährung für unsere Gesundheit und Lebenserwartung wissenschaftlich vielfach belegt. Dennoch sind ernährungsbedingte Gesundheitsstörungen häufig. Viele Menschen leiden an Übergewicht und daraus resultierenden Folgeerkrankungen. Anderen fehlt es an lebenswichtigen Nährstoffen. Das Robert-Koch-Institut in Berlin ermittelte im Rahmen einer Untersuchung zum „Ernährungsverhalten der Deutschen“, dass viele junge Frauen an Eisen-Mangel leiden, über die Hälfte der Deutschen zu wenig Calcium zu sich nimmt, 90 Prozent der Frauen und 80 Prozent der Männer nicht die Mindestmenge an Vitamin D erreicht. Außerdem besteht bei über 80 Prozent der Deutschen eine unzureichende Folsäureaufnahme.
Meist sind die Ursachen für eine suboptimale Versorgung mit Mineralstoffen oder Vitaminen bei den Lebens- und Ernährungsgewohnheiten zu suchen. Die industrielle Verarbeitung von Lebensmitteln vernichtet Nährstoffe. Raffinierter Zucker, Weißmehl und Obst-Konserven enthalten kaum die Hälfte der Nähr- und Ballaststoffe, die in den natürlichen Ausgangsprodukten zu finden sind. Wer sich vorwiegend von stark weiterverarbeiteten Lebensmitteln ernährt und wenig frisches Obst und Gemüse sowie Vollkornprodukte isst, kann nicht von einer optimalen Versorgung ausgehen. Hinzu kommt der Verlust von Vitaminen und Mineralien durch unreife Ernte, Transport, Lagerung und Zubereitung im Haushalt. Heute sind ganzjährig alle Lebensmittel verfügbar. Doch trotz der Vielfalt führen festgefahrene Gewohnheiten dazu, dass Menschen sich einseitig ernähren. Sie wählen ihre Lebensmittel beispielsweise nicht nach der Jahreszeit aus.
In bestimmten Lebenssituationen kann ein erhöhter Bedarf an Nährstoffen bestehen, der ausgeglichen werden sollte. Dies gilt z.B. für Schwangerschaft und Stillzeit, Phasen extremer Belastung (Stress), länger andauernde Krankheit und Rekonvaleszenz, Wachstumsperioden und Alter.
Die bekanntesten Vitamin-Mangel-Erkrankungen sind der auf Vitamin C-Mangel zurückgehende Skorbut sowie Beriberi - verursacht durch einen Mangel an Vitamin B1. Bekannt ist, dass beispielsweise Vitamin A-Mangel zu Nachtblindheit führen kann. Durch eine gute Versorgung mit Lutein, einem Carotinoid, kann das Risiko für die Entstehung der Altersbedingten Makuladegeneration (AMD) verringert werden.
Um einer suboptimalen Versorgung mit Nährstoffen vorzubeugen, sollte man:
- sich ausgewogen ernähren
- den Nährstoffbedarf unter besonderen Lebensumständen ermitteln und berücksichtigen. Hilfe dazu bekommt man bei Ärzten, in Apotheken oder von den Gesundheitsberatern der Krankenkassen
- die Nährstoffversorgung mit Hilfe von geprüften Nahrungsergänzungsmittleln sicher stellen

