Fasten hält jung
Diesen Schluss lassen die Ergebnisse einer Studie von amerikanischen Biologen zu. Sie deuten darauf hin, dass Fasten nicht nur gut für Gesundheit und Fitness ist, sondern sogar das Leben verlängern kann.
Die Forscher glauben herausgefunden zu haben, dass Fasten die Alterung des Herzens bremst. Selbst wer spät beginne, weniger zu essen, nütze seinem Herzen. Die Studie - durchgeführt an der Universität Wisconsin in Madison - befasste sich mit der Aktivität von beinahe 10.000 Genen in Mausherzen. Von den Versuchstieren durften einige nach Herzenslust fressen, andere machten eine „Fastenkur“. Offensichtlich hielt das Fasten die Herzen jung: Die Herzzellen der Vielfresser nutzten die Energie immer ineffizienter, neigten zum Selbstmord und vergrößerten sich stark. Mit solchen Veränderungen beginnen beim Menschen häufig Herzerkrankungen. Bei den auf Diät gesetzten Mäusen fanden die Forscher deutlich weniger dieser Alterungsprozesse. Die so genannte Kalorien-Restriktion, bei der man kalorienarm aber nährstoffreich isst, gilt seit Jahren als Jungbrunnen. Forscher sprechen von der einzigen Methode, die nachweislich das Leben verlängert. Tatsächlich lebten in Versuchen Affen, Mäuse, Fliegen und viele andere Tiere unter Diät bis zu einem Drittel länger als vielfressende Artgenossen.
Vorteile des Fastens
Wird nicht aus religiösen Gründen gefastet, so ist es meist eine rasche Gewichtsreduktion, die mit dem Verzicht auf Nahrung oder einer Reduktion erreicht werden soll. Bis zu 6 kg können Männer, bis zu 5 kg Frauen in nur einer Fastenwoche abnehmen. Positiv dabei: Gift- und Schlackenstoffe werden zusammen mit den Fett- und Eiweißdepots ausgeschieden, das Bindegewebe wird entstaut. Die Haut strafft sich, sie sieht glatter aus und Unreinheiten verschwinden. Gleichzeitig erfolgt eine Sanierung des Darms. Die Darmflora und auch der Magen können sich während des Fastens regenerieren. Vom Fasten profitiert darüber hinaus das Immunsystem. Die Darmsanierung wie auch die psychosomatische Wirkung des Fastens verbessern die körpereigene Abwehr. Ein weiterer positiver Effekt des Fastens ist die Neuregulierung des Stoffwechsels. Erhöhte Blutfettwerte normalisieren sich, Bluthochdruck und Rheumaschmerzen verschwinden häufig. Zusätzlich legen Studien wie die oben genannte die Vermutung nahe, dass biologische Altersvorgänge verzögert werden. Nicht zu unterschätzen ist ein Impuls zur Verhaltensänderung durch das Fasten. Wer fastet, beschäftigt sich intensiver mit seinen Lebens- und Ernährungsgewohnheiten. Ihm fällt es leichter, eine Ernährungsumstellung in Angriff zu nehmen und den Alkohol- und Nikotinkonsum zu drosseln.

Mikronährstoff-Versorgung darf nicht leiden
Trotz all dieser Vorteile ist Fasten auf eigene Faust nicht empfehlenswert. Vor allem wer zum ersten Mal für eine Weile komplett auf Nahrung verzichtet, sollte dies unter Anleitung durch einen Arzt oder Ernährungsberater tun. Eine Gefahr des Fastens besteht darin, dass bei Verzicht auf Nahrung oder bei starker Einschränkung der Kalorienzufuhr zu wenig Mikronährstoffe aufgenommen werden. Das sind Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente, die der menschliche Organismus nicht selbst herstellen kann, aber täglich in bestimmten Mengen benötigt. Wir müssen sie ihm daher mit der Nahrung zuführen.
